Wenn ich in einer Mietwohnung deutlichen Schimmel entdecke, würde ich den Zustand früh dokumentieren und dem Vermieter schriftlich melden. Erst drei Wochen lang verschiedene Hausmittel testen und danach rekonstruieren, wie alles ursprünglich aussah, macht die Situation wahrscheinlich für niemanden übersichtlicher.
Bei einem kleinen oberflächlichen Fleck kann die Versuchung groß sein, selbst schnell irgendetwas aufzutragen und das Thema abzuhaken.
Bei größerem oder immer wiederkehrendem Befall wäre ich deutlich vorsichtiger.
Spätestens wenn Ursache und Ausmaß unklar sind, wird aus Putzen schnell Ursachenforschung.
Wenn ich im Winter eine komplette Waschmaschine im Wohnzimmer trockne, vergesse ich leicht, wo das ganze Wasser eigentlich hinverschwindet. Die Kleidung wird trocken, die Feuchtigkeit löst sich aber nicht in Luft auf. Genau dann ist Lüften weniger Wohnritual und mehr Teil des Trocknens.
Ich hätte früher nicht gedacht, dass mir ein kleines Hygrometer in der Wohnung irgendetwas bringt.
Inzwischen finde ich es praktisch, weil „fühlt sich gerade etwas feucht an“ plötzlich eine Zahl bekommt.
Das erklärt nicht automatisch die Ursache eines Schimmelproblems, macht Raumklima aber zumindest weniger zu einem Ratespiel.
Nach einem Wasserschaden ist eine frisch gestrichene Wand erst einmal beruhigend.
Entscheidender ist aber, ob das Material darunter tatsächlich wieder trocken ist und die Ursache behoben wurde.
Eine schöne Oberfläche ist bei Feuchtigkeit leider kein besonders zuverlässiger Zustandsbericht.
Fleck weg, ein paar Wochen Ruhe, derselbe Fleck wieder da. Spätestens beim zweiten oder dritten Durchgang würde ich weniger über das richtige Reinigungsmittel und mehr über die Ursache nachdenken. Wiederholung ist manchmal die deutlichste Fehlermeldung einer Wohnung.
Neue Fenster können Wärme besser im Gebäude halten und gleichzeitig den früheren unkontrollierten Luftaustausch reduzieren. Nach einer Sanierung kann deshalb ein Lüftungsverhalten, das jahrelang problemlos funktioniert hat, plötzlich angepasst werden müssen. Dieselbe Wohnung kann nach neuen Fenstern bauphysikalisch ein etwas anderer Alltag sein.
In einer kleinen Wohnung kommen an einem normalen Abend erstaunlich viele Liter Alltag zusammen.
Duschen, kochen, nasse Wäsche aufhängen.
Man sieht davon hauptsächlich ein bisschen beschlagene Scheibe. Die Feuchtigkeit muss trotzdem irgendwohin.
Bei Schimmel landet die Diskussion erstaunlich schnell bei „mehr lüften“ oder „bauliches Problem“.
Dabei wäre die wichtigere Frage erst einmal, warum genau diese Wand feucht wird.
Wer zuerst schuld ist, lässt sich leichter diskutieren als die Ursache. Hilfreicher ist es meistens nicht.
Schimmel hinter einem großen Schrank ist besonders unangenehm, weil man gleichzeitig zwei Dinge erfährt:
Da ist ein Problem.
Und offenbar ist es schon lange da, obwohl gestern noch alles normal aussah.
Anmelden, um einen Eintrag zu schreiben.